Markus Bauer von Circulyzer GmbH lieferte bei der Podiumsdiskussion mit Hans Roth Hannah Wundsam und Georg Grassl interessante, direkte Einblicke in das Gründerleben in der Circular Economy.
Er schilderte seinen persönlichen Zugang zur Kreislaufwirtschaft, der bereits während seines Studiums entstand. Die zentrale Frage für ihn war, warum natürliche Systeme geschlossene Kreisläufe bilden können, während die menschliche Wirtschaft dies oft nicht schafft. Aus dieser Überlegung heraus entwickelte sein Unternehmen eine technologische Innovation zur Trennung von Kunststoffen aus Abfällen, die sich gut skalieren lässt.
Die größte Herausforderung liegt laut Bauer jedoch weniger in der Technologie als in der ökonomischen Realität. Kunststoffe sind im Vergleich zu anderen Materialien – etwa Metallen – sehr günstig, wodurch Recyclingprozesse wirtschaftlich schwerer konkurrenzfähig sind. Ein drastisches Beispiel dafür ist, dass Kunststoffe oft einfach verbrannt werden, da dies kurzfristig ökonomisch attraktiv erscheint. Bei hochwertigen Kunststoffen hingegen ist Recycling wirtschaftlich leichter umzusetzen.
Bauer beobachtet außerdem, dass viele Unternehmen Abfälle zunächst aus einer wirtschaftlichen Perspektive betrachten: Entscheidend ist die Frage, ob sich daraus ein Geschäftsmodell entwickeln lässt. Zwar gebe es in Forschung und Entwicklung große Chancen, doch der Schritt vom idealistischen Ansatz zur unternehmerischen Umsetzung sei häufig schwierig.
Langfristig sieht Bauer jedoch eine Veränderung durch globale Entwicklungen. In Krisen würden Abhängigkeiten von globalen Lieferketten besonders sichtbar. Ressourcenknappheit könne dazu führen, dass regionale und nachhaltige Lösungen wirtschaftlich attraktiver werden. Dann werde sich zeigen, dass nicht immer die billigste globalisierte Variante die beste ist.
Circulyzer GmbH GmbH entwickelt, plant und baut Anlagen, um Kunststoffe aus Abfallfraktionen für ein Recycling effizient rückzugewinnen. Als Spin- off der Montanuniversität Leoben verfügen sie über 10 Jahre Erfahrung in der Erforschung und Analyse diverser Technologien zur Kunststofftrennung. Die Stärken liegen in der Konzeption neuer Prozessketten, da sie neue Wege gehen, ohne dabei auf Bewährtes zu verzichten.
Circulyzer GmbH ist Clusterpartner bei Green Tech Valley.
Senior Experts von AUSTRIAN SENIOR EXPERTS POOL unterstützen die beiden Gründer in unterschiedlichen Bereichen wie Vertrieb, Marketing, Finanzen und Prozesse.






