Top-Trends für die strategischen IT-Technologien in 2026

Michael Klemen, unser Senior Expert für Digitalisierung, Prozesse und KI hat sich die Entwicklung genauer angesehen, analysiert und zusammengefasst. 

2025 war das Jahr, in dem agentenbasierte Systeme vom Schlagwort bereits teilweise Realität wurden. 2026 können Unternehmen mit einer verbesserten Interoperabilität zwischen Agenten rechnen, die durch offene Kommunikationsstandards ermöglicht wird:

Offen verwaltete Community-Standards scheinen der Schlüssel zu mehr Kreativität, Innovation und neuen Lösungen zu sein. Laut der Analystenfirma Gartner werden 10 Technologietrends die die nächsten fünf Jahre prägen. In 2026 beschleunigt sich der disruptive Wandel, und KI ist nicht mehr optional. Gartner betont, dass die wichtigsten strategischen Technologietrends dieses Jahres mehr als nur neue Innovationen sind – sie sind essenzielle Werkzeuge um robuste Grundlagen zu schaffen, intelligente Systeme zu orchestrieren und den Unternehmenswert zu schützen. Diese zehn Trends zeigen, wie führende Unternehmen auf die Komplexität und die Chancen einer KI-gestützten, hypervernetzten Welt reagieren:

  1. KI-native Entwicklungsplattformen
  2. KI-Supercomputing-Plattformen
  3. Vertrauliches Computing
  4. Multiagentensysteme
  5. Domänenspezifische Sprachmodelle
  6. Physikalische KI
  7. Präventive Cybersicherheit
  8. Digitale Herkunftsnachweise
  9. KI-Sicherheitsplattformen
  10. Geopatriierung

Technologieverantwortliche stehen vor einem entscheidenden Jahr. Diese Trends sind nicht nur technische Veränderungen – sie sind strategische Notwendigkeiten. Wer jetzt handeln, ist besser aufgestellt um:

  • die digitale Strategie an den Unternehmenszielen auszurichten
  • KI sicher und verantwortungsvoll zu skalieren
  • geopolitische und regulatorische Komplexität zu bewältigen
  • den Wandel souverän zu gestalten

Die diesjährigen Trends sind eng miteinander verknüpft und spiegeln die Realität einer Welt wider, in der keine einzelne Fähigkeit ausreicht. Gartner unterteilt diese Trends in drei Themenbereiche, die definieren, wie führende Unternehmen Innovationen vorantreiben, im Wettbewerb bestehen und Werte sichern:  Die Architektur, die Synthese und die Spitze.

Die Architektur der KI-Plattformen und -Infrastruktur:

Diese Trends konzentrieren sich auf den Aufbau sicherer, skalierbarer Grundlagen für KI und die digitale Transformation:

  • KI-native Entwicklungsplattformen ermöglichen kleinen, agilen Teams die Entwicklung von Software mithilfe generativer KI – schnell, flexibel und zunehmend unternehmenstauglich.
  • KI-Supercomputing-Plattformen ermöglichen bahnbrechende Fortschritte im Modelltraining und in der Datenanalyse, erfordern jedoch sorgfältige Governance und Kostenkontrolle.
  • Confidential Computing schützt sensible Daten während der Nutzung und ermöglicht so sichere KI und Datenanalyse in nicht vertrauenswürdiger Infrastruktur.

 

Die Synthese: KI-Anwendung und -Orchestrierung:

Diese Trends zeigen, wie sich spezialisierte Modelle, Agenten und physisch-digitale Systeme kombinieren lassen, um neuen Mehrwert zu schaffen:

  • Multiagentensysteme ermöglichen modularen KI-Agenten die Zusammenarbeit bei komplexen Aufgaben und verbessern so Automatisierung und Skalierbarkeit.
  • Domänenspezifische Sprachmodelle (DSLM) bieten höhere Genauigkeit und Compliance für branchenspezifische Anwendungsfälle.
  • Physische KI bringt Intelligenz in die reale Welt – und treibt Roboter, Drohnen und intelligente Geräte an, um operative Wirkung zu erzielen.

Die Spitze: Vertrauen wird zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Mit präventiver Cybersicherheit, digitaler Provenienz, KI-Sicherheitsplattformen und Geopatriierung – was bedeutet, dass Unternehmensdaten und -anwendungen aus globalen öffentlichen Clouds in lokale Alternativen wie Sovereign Clouds verlagert werden müssen – müssen Unternehmen in einer Ära geopolitischer und regulatorischer Unsicherheit proaktiv Daten, KI und Reputation schützen. Wer in KI-fähige Plattformen, orchestrierte Intelligenz und Trust-by-Design investiert, wird die nächste Ära der Unternehmensführung prägen.

 

Somit ergibt sich für 2026  folgendes Fazit:

Fazit Nr. 1: Unsicherheit wird ein großer Vorteil sein – wenn man ihn nutzt. Unternehmen, die adaptive KI-Systeme – also Systeme die autonom handeln und Entscheidungen kontextbezogen anpassen können – sehen Volatilität mehr als doppelt so häufig als Vorteil statt als Bedrohung und erwarten für 2026 dass wirtschaftliche und geopolitische Volatilität neue Geschäftsmöglichkeiten schaffen wird.

Fazit Nr. 2: Arbeitnehmer sind überraschend aufgeschlossen gegenüber KI: Mindestens doppelt so viele würden einen verstärkten KI-Einsatz durch Arbeitgeber begrüßen, anstatt sich dagegen zu wehren. Dies, obwohl sie erwarten, dass sich ihre Rolle im Job aufgrund neuer Technologien bis 2026 deutlich verändern wird und fast die Hälfte befürchtet, dass ihr Job bis 2030 überflüssig werden könnte. Der Vorteil liegt auf der Hand: KI eliminiert monotone Aufgaben und schafft Freiraum für wertschöpfendere Tätigkeiten.

Fazit Nr. 3: Konsumenten werden KI zur Rechenschaft ziehen. Obwohl mehr als die Hälfte der Verbraucher fehlerhafte KI-Funktionen für innovative Dienste akzeptieren, würden zwei Drittel eine Marke meiden, die die Rolle der KI in ihrem Nutzererlebnis verschleiert. Transparenz ist kein Luxus, sondern eine Grundvoraussetzung.

Fazit Nr. 4: Globale KI-Resilienz erfordert ein lokales Sicherheitsnetz. Nahezu alle Unternhemen geben an, dass KI-Souveränität – die Fähigkeit eines Unternehmens, seine KI-Systeme, Daten und Infrastruktur zu kontrollieren und zu steuern – für ihre Pläne in 2026 entscheidend sein wird.

Michael Klemen
Vorsitzender des ASEP Kuratoriums
m.klemen@asep.at

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